Vienna Ghosthunters - Verein für paranormale Untersuchungen

BAUMGARTNER PSYCHIATRIE

Die Geschichte des Otto Wagner - Spitals

von wienkav.at

Das Sozialmedizinische Zentrum Baumgartner Höhe, Otto Wagner-Spital mit Pflegezentrum ist eine Einrichtung des Wiener Gesundheitswesens, die in dieser Form am 1. August 2000 gegründet wurde. Diese Neugründung ist aus der Zusammenlegung von 5 bis dahin selbständigen Einrichtungen des Wiener Gesundheitswesens entstanden, nämlich - in alphabetischer Reihenfolge - des Förderpflegeheims - Baumgartner Höhe, des Neurologischen Krankenhauses der Stadt Wien Maria Theresien-Schlössl, des Pflegeheims Sanatoriumstrasse, des Psychiatrischen Krankenhauses - Baumgartner Höhe und des Pulmologischen Zentrums - Baumgartner Höhe. Die in diesen Anstalten vorhandenen Abteilungen sind unverändert bestehen geblieben, jedoch zu Fachbereichen ('Zentren') zusammengefasst worden. Ein Teil dieser Zentren stellt eine Krankenanstalt dar (Otto Wagner-Spital), ein Teil hat den Charakter von Pflegeheimen (daher 'Pflegezentrum').

Diese neue Einrichtung nützt eine Anlage, die in den Jahren 1904 bis 1907 als Niederösterreichische Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke 'Am Steinhof' errichtet wurde und damals eine der modernsten und auch größten solchen Anstalten in Europa war. Sie ist ein exemplarisches Beispiel der Gestaltungsprinzipien für solche Anstalten in jener Zeit (Pavillon-System) und spiegelt auch die ästhetischen Prinzipien der Zeit wider (z.B. in der ornamentalen Anordnung der Wege oder in manchen Zierelementen). Die Anlage wurde in der Bauabteilung der Niederösterreichischen Landesregierung geplant und von Otto Wagner, dem führenden Wiener Architekten der Zeit, überarbeitet. Er ist auch der Architekt der Anstaltskirche 'Zum Heiligen Leopold', die eines der architektonischen Hauptwerke des Wiener Jugendstils und durch die stilistisch einheitliche Gestaltung in Architektur, Skulptur, Glasmalerei ein Hauptwerk des Wiener Jugendstils überhaupt ist.

Der Standort der Kirche krönt weithin sichtbar die ausgedehnte Anlage, die auf einem inzwischen von einem Park bewachsenen Südhang errichtet ist.

Zur Zeit ihrer Eröffnung war diese Anstalt der psychiatrischen Spitalsbehandlung von Wienern gewidmet. Die Niederösterreichische Landesregierung war Bauherr, weil Wien damals eine Stadt in Niederösterreich und das Gesundheitswesen (wie auch jetzt) Landessache war. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die im Westen gelegene Sanatoriumsabteilung (für Privatpatienten) geschlossen und in ihrem Bereich eine von der psychiatrischen Anstalt unabhängige Lungenheilstätte errichtet, um die ökologischen Vorteile der Lage den damals zahlreichen an einer Lungentuberkulose leidenden Patienten zugänglich zu machen. Aus dieser Lungenheilstätte entstand seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts die Krankenanstalt mit dem Namen 'Pulmologisches Zentrum', aus der wichtige und innovative Entwicklungen in diesem Fachbereich hervorgegangen sind. Das gleiche gilt für die Orthopädische Abteilung, die sich aus einer Einrichtung zur Behandlung der Knochentuberkulose zu einer modernen Orthopädischen Abteilung mit einem chirurgisch-orthopädischen Schwerpunkt im Bereich des Gelenkersatzes entwickelt hat. Aus der Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke wurde auch in den 60er-Jahren das 'Psychiatrische Krankenhaus Baumgartner Höhe'.

Dieser Bereich erfuhr seit seiner Errichtung bemerkenswerte Höhen (z.B. durch die innovative Errichtung einer Trinkerheilstätte in den 20er-Jahren, vor allem aber im Zuge der Wiener Psychiatriereform seit den späten 70er-Jahren und schreckliche Tiefpunkte in engem Zusammenhang mit der Zeitgeschichte, nämlich zwischen 1940 und 1945 durch die systematische Ermordung von psychisch Kranken und geistig Behinderten wie an vielen anderen Orten des damaligen Deutschen Reiches.

Im Bereich des Psychiatrischen Krankenhauses sind in den 80er-Jahren das Förderpflegeheim (jetzt: Sozialpädagogisches Zentrum; für geistig behinderte Kinder und Jugendliche) und das (allgemeine) Pflegeheim Sanatoriumstrasse als selbständige Einrichtungen entstanden, nachdem die Reform der psychiatrischen Versorgung in Wien mit einer erheblichen Verlagerung von Versorgungsaufgaben aus dem stationären in den ambulanten Bereich die räumlichen Möglichkeiten dafür geschaffen hatte.

Alle diese Einrichtungen und das seit der Zeit des 1. Weltkrieges im 19. Bezirk betriebene Neurologische Krankenhaus Maria Theresien-Schlössl, das im Frühjahr 2002 in drei dafür generalsanierte Pavillons auf der Baumgartner Höhe übersiedelt ist, wurden im Jahr 2000 zu der neuen Einrichtung mit dem Titel 'Sozialmedizinisches Zentrum - Baumgartner Höhe' zusammengefasst

Die Gesamtanlage gruppiert sich um zwei Längsachsen. Das Orthopädische Zentrum, das Pulmologische Zentrum und eine Reihe von Instituten des Medizinischen Diagnostik- und Servicezentrums liegen im westlichen Teil, in dem mittleren Teil, der in der räumlichen Anordnung schon der Achse zwischen Direktionsgebäude Baumgartner Höhe und Kirche zugeordnet ist, liegen die Gebäude des Neurologischen Zentrums, eines Teils des Geriatrischen Zentrums und des Zentrums für Förderpädagogik. Die Abteilungen des Psychiatrischen Zentrums liegen vor allem im östlichen Teil der Gesamtanlage. Die Lage der einzelnen Zentren bzw. Abteilungen geht aus der graphischen Übersicht hervor.

Das Otto Wagner-Spital ist aus einer Reihe von Sonderkrankenanstalten hervorgegangen. Deren Abteilungen entsprechen zum Teil Einrichtungen der Schwerpunktversorgung; zu einem anderen Teil handelt es sich aber um überregionale Spezialeinrichtungen, die es in vergleichbarer Form in Wien und seinem Einzugsgebiet an anderer Stelle nicht noch einmal bzw. nur im Bereich der Universitätskliniken im Allgemeinen Krankenhaus, also einer Zentralkrankenanstalt gibt. (Das gilt z.B. für den Arbeitsschwerpunkt bei der Betreuung von HIV-positiven bzw. AIDS-kranken Patienten in der 2. Lungeninternen Abteilung, den neurorehabilitativen Schwerpunkt der Neurologischen Abteilung und die Aufgaben der Abteilung für Forensische Psychiatrie und Alkoholkranke, der Abteilung für Drogenkranke und der Abteilung für Spezielle Psychiatrische Rehabilitation des Psychiatrischen Zentrums.)

Im Bereich des Krankenhauses herrscht ein lebhaftes Baugeschehen. Ein neuer Erweiterungsbau der Orthopädischen Abteilung (Pavillon 'Felix') wurde im Oktober 2000 eröffnet. Die Beendigung der Generalsanierung des benachbarten Altbaues der gleichen Abteilung (Pavillon 'Austria') erfolgte 2004. Die Pavillone 3, 5 und 11 haben nach ihrer Generalsanierung im Frühjahr 2002 die Neurologische Abteilung aufgenommen. Die Generalsanierung des Pavillon 9 für die 2. Geriatrische Abteilung ist im Herbst 2001 abgeschlossen worden; diese Abteilung verfügt jetzt über zwei generalsanierte Häuser. Auch die 2. Psychiatrische Abteilung konnte 2002 in den für ihre Bedürfnisse generalsanierten Pavillon 16 einziehen. Mit der Renovierung der Kuppel der Kirche im Jahr 2001 wurde auch die Generalsanierung dieses bedeutenden architektonischen Kunstwerkes begonnen; diese wurde noch vor dem 100-Jahr-Jubiläum des Standortes (1907) im Herbst 2006 fertiggestellt.

Deshalb der Slogan 'Spitzenmedizin im Kulturdenkmal'.

Das gesamte Krankenhaus beinhaltet mehrere Pavillons. Einiger dieser Häuser stehen leer und dienten damals der "geschlossenen Anstalt"

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