Vienna Ghosthunters - Verein für paranormale Untersuchungen

Sofiensäle

Die Sofiensäle sind Veranstaltungsräume mitten im dritten Gemeindebezirk Wiens.

1838 wurde das prunkvolle Gebäude erbaut und diente damals als Dampfbad. 1845 - 1849 wurde aus dem russischen Dampfbad das Sofienbad umgebaut. Der große Saal des Sophienbads (=Sofiensaal) wurde im Sommer als Schwimmhalle, im Winter unter dem Namen Sofiensaal (meistens Sofienbad-Saal) als Tanz-, Konzert- und Versammlungssaal genutzt. Dazu wurde das Schwimmbecken mit Holzbrettern abgedeckt und erhielt durch den sich darunter befindlichen Hohlraum (Schwimmbecken) eine ausgezeichnete Akustik.

Kurz nach der Fertigstellung des Sophienbades 1846, d. h. beginnend mit dem 16. Jänner 1850, der Uraufführung des Walzers Frohsinns-Spenden (op. 73 ) und endend am 10. Februar 1896 mit der Uraufführung der Schnellpolka Klipp-Klapp (op. 465) nach Motiven seiner Operette Waldmeister hat Johann Strauss (Sohn) fast 100 seiner Werke – Walzer, Polkas und Quadrillen – im Sofiensaal aus der Taufe gehoben.

1870, 1886 und 1899 kam es zu Umbauten und Umgestaltungen. So wurde in den Jahren 1898 und 1899 die Fassade vom Architekten Ernst Gotthilf-Miskolczy neu erbaut. Im Dehio wird sie fälschlicherweise den Architekten Dehm & Olbricht zugeschrieben. 1886 wurde der zweite, kleinere Saal dazugebaut, der den Namen „Blauer Salon“ trug. Erst seit diesem Zeitpunkt ist die Bezeichnung „Sofiensäle“ in Verwendung. Im März 1912 hielt Karl May dort seinen letzten öffentlichen Vortrag („Empor ins Reich des Edelmenschen!“) vor ca. 2000 Zuhörern. In den Sofiensälen wurden im September 1913 unter dem Titel „Sprechender Film“ erstmals auch in Wien mit Sprechton begleitete Filme präsentiert. Aus unterschiedlichen Gründen, etwa dem geringen Angebot am Filmmarkt und Problemen mit der Synchronität von Bild und Ton wurden diese Vorführungen bald wieder eingestellt.

Die Sofiensäle sind aber auch mit dunklen Kapiteln der Wiener Geschichte verbunden: So wurde dort von Richard Suchenwirth in einer Versammlung im Mai 1926 die NSDAP in Österreich gegründet. Ab 1938 wurden die Sofiensäle für zur Deportation bestimmte Juden als Sammelstelle verwendet.

1948 wurde bei einer Restaurierung durch den Architekten Carl Appel die ursprüngliche Deckenkonstruktion freigelegt. Der Künstler Konrad Honold gestaltete die Wandflächen im Foyerbereich.

An den 1950er-Jahren installierte das Recordlabel DECCA das modernste Aufnahmestudio Europas im Gebäude, in dem bis in die 1970er Aufnahmen etwa mit den Wiener Philharmonikern eingespielt wurden. In den 1980er-Jahren waren die Sophiensäle noch eine beliebte Location für Bälle, wie z. B. für das traditionelle jährlich stattfindende Elmayer-Kränzchen, in den 1990er-Jahren wurden die Sophiensäle noch für Clubbings und diverse Veranstaltungen genützt.

Bereits seit 1986 bestanden Pläne, die denkmalgeschützten Sofiensäle abzureißen und an ihrer Stelle ein Hotel zu errichten. Am 16. August 2001 wurden die Sofiensäle durch einen Brand schwer beschädigt. Auslöser waren Flämmarbeiten an der Dachkonstruktion, wobei sich der hölzerne Dachstuhl entzündete. Die Säle brannten vollständig aus, die Dachkonstruktion stürzte ein. Als Brandruine sind Reste der Außenmauern, Foyer und drei Seitenwände des „Großen Saales“ vorhanden.

Die Vienna Ghosthunters besuchten die Überreste der Sofiensäle im Jahre 2010. Der Untersuchungsschwerpunkt war auf Tonaufnahmen gesetzt und es gab einige unerklärbare Aufnahmen. So hörte man auf den Tonträgern Musik und Gesang, was jedoch durch Radiowellen verursacht wurde, welche sich in den Mauern spiegelten. Diese so genannten Echos können über Jahre fortbestehen.

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