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Terezín - Theresienstadt

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Die kleine Festung entstand am Ende des 18. Jahrhunderts als Bestandteil eines Festungskomplexes in der Nähe des Zusammenflusses von Elbe und Eger, der zu Ehren der Kaiserin Maria Theresia, Theresienstadt (Terezin) genannt wurde.

Fast von Anfang ihres Bestehens an wurde sie als Gefängnis verwendet, das neben Angehörigen der Armee eine ganze Reihe von Personen durchliefen, die mit dem nationalen Befreiungskampf in Mittel- und Südosteuropa in Verbindung standen. Während des 1. Weltkrieges waren hier die Attentäter Franz Ferdinand d´Estes und die an der Rumburger Rebellion Beteiligten inhaftiert.

Nach der Okkupation der böhmischen Länder im März 1939, als sich infolge des faschistischen Terrors die übrigen Strafanstalten allmählich füllten, wurde im Jahre 1940 in der Kleinen Festung ein Gefängnis der Prager Gestapo eingerichtet. Die ersten Häftlinge kamen am 14.6.1940 hierher. Bis Kriegsende durchliefen gegen 32 000 Gefangene das Lager, 5000 davon waren Frauen.

Es handelte sich vor allem um Tschechen, mit der Zeit aber auch um die Angehörigkeit anderer Völker, zum Beispiel um Bürger der damaligen UdSSR, um Polen, Deutsche und Jugoslawen. 1945 wurden dann sowjetische, britische und französische Kriegsgefangene, eine Gruppe französischer Geiseln usw. eingeliefert. Besonders schwer war das Schicksal der inhaftierten Juden.

Die überwiegende Zahl der Häftlinge bestand aus Personen, die wegen verschiedener oppositärer Äußerungen gegen das Naziregime verhaftet worden waren. Die Eingekerterten waren vor allem Vertreter des gesamten Spektrums der Wiederstandsbewegung. Für viele von ihnen war die kleine Festung nur eine Durchgangsstation, von wo aus sie vor die Nazigerichte, in Zuchthäuser, Gefängnisse und Konzentrationslager gelangten, wo ungefähr 5500 starben.

Direkt in Theresienstadt kamen infolge schlechter Lebensbedingungen, Krankheit und Folter vonseiten der Aufseher annähernd 2600 Häftlinge um.

Gegen Kriegsende breitete sich im überfüllten Gefängnis eine Fleckentyphusepidemie aus, gegen die das nazistische Kommando nichts unternahm. Ab dem 2.5.1945 waren hier Ärzte und Sanitäter aus Prag und Roudnice a.d. Elbe, Angehörige der Tschechischen Hilfsaktion, tätig.

Die Aktion zu Rettung der kranken Häftlinge kam aber erst nach der Flucht der Aufseher am 5.5.1945 voll zur Entfaltung, ihr schloss sich nun auch die einheimische tschechische Bevölkerung an. Am Spätnachmittag des 8.5. durchfuhren die ersten sowjetischen Kampfwagen Theresienstadt.

Die Sanitäter der roten Armee trugen dann entscheidend zur Liquidation der Epidemie bei. Die Repatriierung der ehemaligen Häftlinge dauerte bis in den Sommer 1945.

In den Jahren 1945 - 1948 wurde die Kleine Festung als Internierungslager für Deutsche, die aus der Tschechoslowakei zwangsausgesiedelt werden sollten, verwendet. Im Vorfeld der Kleinen Festung wurde im September 1945 ein Nationalfriedhof angelegt, wohin nach und nach die sterblichen Überreste von ungefähr 10 000 Opfern aus dem Gestapogefängnis in der Kleinen Festung, aus dem jüdischen Ghetto Theresienstadt und aus dem Konzentrationslager Leitmeritz übertragen wurden.

Auf Initiative ehemaliger Gefangener und Hinterbliebener beschloss die tschechoslowakische Regierung 1947, die Gedenkstätte Theresienstadt anzulegen, die dazu berufen ist, an die vernichtenden Folgen der Unterdrückung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten zu erinnern.


 

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