MrEvil Haunted Trip New Orleans
 

MrEvil in New Orleans

New Orleans - September 2025

Hört man "New Orleans", denkt man sicherlich an eine Stadt, die durch ihre Straßenmusik, ihren Jazz und der stillstehenden Zeit.
In den seltensten Fällen, wird man hier sofort an Spuk denken, oder?

Die Toten von New Orleans

Der Tod wird in New Orleans besonders behandelt. Einblicke in die Bestattungskultur gewährt der Saint-Louis-Friedhof, der nur im Rahmen von Führungen besucht werden kann.
Was direkt auffällt: Hier gibt es keine klassischen Gräber, wie wir sie kennen. Der Friedhof ist voll von großen und kleinen Mausoleen sowie steinernen Regalen, in denen sich zahlreiche Türen befinden. „Da werden die Toten hineingelegt, später werden die Überreste nach hinten geschoben und es wird Platz für den Nächsten gemacht“.

Es gibt aber auch weniger unpersönliche Gräber. Eines davon überragt die kleineren Mausoleen und stellt eine schneeweiße Pyramide dar.

„Das ist das Grab von Nicolas Cage, der ist doch noch gar nicht tot?“
- Stimmt, sein Grab hat er trotzdem schon vorbereiten lassen.

Doch warum gibt es hier eigentlich keine „normalen“ Gräber im Boden? „Man entschied sich damals aus der Not heraus für diese Bestattungsmethode, da jede Flut die Toten wieder an die Oberfläche trieb“.

Die Magie von New Orleans

Eine berühmte Person, die auf dem Saint-Louis-Friedhof begraben ist, heißt Marie Laveau und der Name wird dir überall in der Stadt begegnen. Sie war die berühmteste Voodoo-Praktikerin von New Orleans und lebte von 1794 bis 1881. Der Voodoo kam mit den versklavten Menschen aus Westafrika nach Louisiana und hat den US-Bundesstaat bis heute nicht verlassen.

Befeuert wurde er Ende des 18. Jahrhunderts, als Anhängerinnen und Anhänger aus Haiti nach dem Sklavenaufstand von 1791 nach New Orleans zogen. Im 19. Jahrhundert waren die Voodoo-Königinnen und Voodoo-Könige spirituelle und politische Machtfiguren in New Orleans. Heute ist die Kultur vor allem in den Souvenirshops präsent, in denen du kleine Voodoo-Puppen, Tränke und Talismane kaufen kannst.

Doch worum geht es beim Voodoo eigentlich?
Kurz gesagt glauben die Anhängerinnen und Anhänger nicht an einen Gott, sondern an Geister, die Teil des täglichen Lebens sind und zu denen durch verschiedene Rituale eine Verbindung hergestellt wird.

Unser Verein distanziert sich von nachfolgenden "Investigiermethoden", gezeigten Gadgets sowie des Gesamtablaufes!
Es werden offensichtlich zweckentfremdete Utensilien verwendet, welche keinen Effekt beim "echten Geisterjagen" haben!

Um auf diverse Mißverständnisse hinzuweisen, wird nachfolgender Bericht gesondert und markiert kommentiert!


Bericht von MrEvil (Michael P.)

Vorbereitung & Motivation

Nach eingehender Recherche auf Viator und der Webseite der Paranormal  Society of New Orleans entschloss ich mich, deren angebotene Ghosttour zu buchen.

Im Gepäck: mein EMF-Messgerät, ein Tascam-Recorder, Vereins-T-Shirt, Visitenkarten unseres Vereins sowie mein Handy mit Infrarotkamera.

Meine Reisepartnerin – überzeugte Skeptikerin – ließ sich überreden mitzukommen, unter der Bedingung, dass ich mich im Gegenzug später wieder einer Bootstour stelle.

Start der Tour

Am Treffpunkt wurden wir freundlich von einem Teammitglied begrüßt.

Trotz der Hitze von über 35 °C trug ich eine Weste – eine notwendige Maßnahme gegen die extrem klimatisierten Restaurants und Shops.

Neben uns nahmen vier junge Frauen teil, die sich als „Stammgäste“ entpuppten und schon mehrfach von paranormalen Ereignissen während solcher Touren berichteten. Ergänzt wurde die Gruppe durch zwei Ehepaare und eine weitere Dame.

Das Equipment des Guides

Im ersten Hotelinnenhof präsentierte der Guide stolz sein „neueste Equipment“:

  • Katzenbälle von Amazon, platziert auf Flaschenverschlüssen, um angebliche Bewegungen sichtbar zu machen.

  • Mehrere K2-Meter.

  • Zwei Kinect-Kameras mit Tablet.

  • Drei Spiritboxen der ersten Generation – mit vorprogrammierten Wortlisten.

An diesem Punkt entschloss ich mich, mein Vereins-T-Shirt zu zeigen und mein eigenes Equipment zu präsentieren. Das löste beim Guide sichtliche Irritation aus. Mein EMF  kannte er nicht – was bereits Bände sprach.

Der Verlauf der Tour

Die darauffolgende „Investigation“ glich mehr einer Comedy-Show als einer seriösen Geisterjagd:

  • In einem Raum mit blinkenden Lichterketten und K2-Metern durfte ich Platz nehmen – auf einem wackeligen Stuhl, der eher eine sportliche Herausforderung darstellte.

  • Währenddessen erhielt ich von Vereinskollege Willi ein Foto, das zeigte, dass wir bereits Jahre zuvor die Kinect-Technik eingesetzt hatten. Was natürlich dazu führte, dass in dem Raum plötzlich ein Discofeeling eintrat - klar jeder weiß dass diese Handysignale das ganze zum Blinken und sonst was bringt.

  • Als auf dem Bildschirm „Master“ erschien, begann dieser im Takt mit meinen unauffälligen Beinbewegungen „mitzuwippen“ – Discofeeling pur.

Weitere Stationen führten in Hotels, in denen laut Guide schreckliche Morde geschehen sein sollen. Hier stürzten sich besonders die Stammgäste mit Inbrunst auf die Spiritbox, deren Antworten jedoch mehr Fantasie und Eigeninterpretation entsprangen als messbaren Phänomenen. Meine Begleiterin kommentierte dies mit endlosem Augenrollen. Auch hat mein EMF  absolut nichts angezeigt.

Das „Highlight“

Zum Abschluss besuchten wir das Haus einer Voodoo-Priesterin, die angab, mit zwei Geistern zu leben.

Dort gipfelte die „Investigation“ in einer Runde Black Jack mit den Geistern – unterstützt von Spiritbox und blinkenden Katzenbällen.

Der Guide bat die Geister sogar, beim Spielen zu „mogeln“ und Sie sollen Ihm doch sagen welche Karte als nächstes aufgedeckt wird. Tja anscheinend war die Box falsch programmiert, denn es kam keine Ansage wie Karo-Zwei oder Pik-Acht - somit wurde nur schnell gesagt, die seien heute wohl nicht in der Laune Karten zu spielen - hier war dann für mich endgültig der Abend gelaufen und zum Glück war auch die Tour vorbei.

Fazit

Die Tour war weniger eine ernsthafte paranormale Untersuchung  als vielmehr ein Beispiel dafür, wie Show-Effekte und fragwürdiges Equipment genutzt werden, um zahlende Gäste zu unterhalten.

Für mich persönlich war es ein amüsanter Abend mit hohem Unterhaltungswert, allerdings ohne jegliche paranormale Evidenz.


Zusammenfassung:

  • Professionelle Geisterjagd? ❌

  • Comedy-Show mit Lichteffekten? ✅

  • Erkenntnis: In New Orleans scheinen Geister vor allem eins zu sein – ein Geschäftsmodell.