Vienna Ghosthunters - Verein für paranormale Untersuchungen

ÖBB - RAILAXED / Burg Hardegg

Aktuelle Ausgabe 4/2020

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Nervenkitzel, Gänsehaut und Alltagsflucht:
Die Vienna Ghosthunters untersuchen paranormale
Phänomene in ganz Österreich. Wir
durften die Geisterjäger auf Burg Hardegg
im Thayatal begleiten.


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Wissen Sie, was „Angstlust“ bedeutet? Denn Angst und Lust sind doch eigentlich zwei völlig unterschiedliche Emotionen, oder?
Wie kann man sich fr eiwillig erschrecken (lassen) und dabei auch noch Vergnügen empfinden?
Wer Antworten sucht, muss das menschliche Gehirn erkunden. In seinem limbischen System befinden sich unser Angstzentrum, unser Ekelzentrum, aber auch zum T eil die Fähigkeit, Lust zu empfinden. Angstlust verspürt vor allem jener Mensch, der sich freiwillig einem gewissen Nervenkitzel aussetzt, in der Hoffnung, alles wer de gut enden.
Die Mischung aus Furcht und Wonne sowie der Hormonmix aus Dopamin und Endorphinen – das ist die Basis aller wohligen Schauer .


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Schaurig-schönes Österreich
Was uns an gruseligen Orten so reizt, ist also leicht erklärt.
Nur zu gut, dass man seiner Angstlust in Österreich so ausgiebig frönen kann, in den Hauptstädten ebenso wie auf
dem Lande. Im Römerlager Carnuntum soll man nachts manchmal das Klirren von Waffen hören, an der Innsbrucker Universität treibt angeblich eine wütende Nonne ihr Unwesen, in einem Kärntner Hotel duscht ein Poltergeist mit und fast kein Schloss, das etwas von sich hält, kommt bei uns ohne anständiges Schlossgespenst aus.
Ob diese Geschichten stimmen oder nicht, sei dahingestellt – aber dennoch verlier en sie nie an Faszination.

Vielleicht liegt es ja an unser er Begeisterungsfähigkeit fürs Übersinnliche:
Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2018 glauben 15 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, dass es unter uns Menschen gibt, die zaubern können.
Dass man mit Wünschelruten Störungen auspendeln kann, denken 45 Prozent, und dass man sein Haus energetisch reinigen kann, glauben immer - hin 29 Prozent. Sogar Schamanen, die mit
Geistern und Toten sprechen können, haben einen Platz in der Gedankenwelt von 22 Pr ozent der Befragten.


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Unterwegs mit den Geisterjägern
Mehr fürs Ent-geistern als fürs Be-geistern sind die „Vienna Ghosthunters“ zuständig, die seit vielen Jahr en ihre Heimat großflächig auf paranormale Aktivitäten scannen.
Auch wenn der Name des Vereines, immerhin Europas älteste Gruppe zur Erforschung solcher Phänomene, darauf schließen lässt, dass man die Geisterwesen eher dingfest machen als
entzaubern möchte, sind viele ihr er „Hausbesuche“ dazu da, den Blick fürs Wesentliche zu schärfen: „Für den Großteil der Fälle gibt es eine wissenschaftliche Erklärung.
Und jeöfter man Erscheinungen nachgeht, desto weniger glaubt man eigentlich dar an“, so Ober-Geisterjäger Willi Gabler. Aber irgendwer muss den Job schließlich machen. „Vor allem im Winter, wenn es bald finster wird und die Nebelschwaden aufs Gemüt drücken, laufen die Telefone bei uns heiß“, erzählt er .
Dann werden Friedhöfe, Burgen, Schlösser, verfallene Fabriken, verlassene Häuser und auf Wunsch auch heimgesuchte Privatgrundstücke auf geistreiche Aktivitäten untersucht.
„Allerdings rufen da auch viele Menschen an, die einfach einsam oder verunsichert sind.
Wir versuchen zu helfen. S tromfelder können innere Unruhe hervorrufen, defekte Wasserleitungen und Türschlitze, durch die Luft strömt, können zu kalten Schauern führ en.
Das untersuchen wir alles ganz genau mit Hightech-Equipment wie Kameras, Richtmikrofonen, Magnetfeldmesser, Laser, Nebelmaschinen und Bewegungsmeldern.“


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In der Familiengruft
Aber nicht immer sollen undichte Leitungen oder der alte Parkettboden daran schuld sein, wenn es uns eng wird ums Herz.
In einem ehemaligen Lungensanatorium etwa konnten die Geisterjäger tatsächlich unheimliche Phänomene untersuchen und auch am„Friedhof der Namenlosen“ in Wien soll es heftig spuken.
Dorthin führen die häufigsten Geister-Touren, an denen auch Normalsterbliche gegen einen kleinen Obulus teilnehmen können.
Ganz oben auf der Liste der Begehrlichkeiten der Ghosthunters steht aber derzeit Burg Hardegg im malerischen Thayatal an der niederösterr eichisch-tschechischen Grenze.
Und die Gänsehaut wartet fastüberall in dieser Gegend:
Gegenüber der Gemäuer erhebt sich aus dem Wald ein wuchtiger Felsblock – „Reginafelsen“ genannt.
Dort soll die „schwarze Frau“ nächtens ihr Leid klagen. Der Sage nach war sie eine unwillige Geliebte eines Grafen, die lebendig eingemauert wurde.


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Und die Burg selbst ist ein wahrlich beeindruckender Anblick, ganz egal, ob man einen Sinn fürs Übersinnliche hat oder nicht.
Das liegt auch an ihrer reichen Geschichte: Urkundlich taucht sie erstmals um das Jahr 1145 auf , danach wurde aus mittelalterlichem Holz bald mächtiger Stein. Heute befindet sich die Burg im Besitz von Octavian Pilati, mit Jahr gang 1989 einer der jüngsten Schlossbesitzer Österreichs.
Und der öffnet auch außerhalb der saisonalen Öffnungszeiten für Gruppen auf Anfrage gerne eines der imposanten Tore.

Eine davon waren jüngst die Vienna Ghosthunters: „Sie haben uns angeschrieben und gefragt, ob sie eine Investigation durchführen dürfen.
Wir als Familie stehen dem Thema sehr offen gegenüber. Und ich persönlich finde die Arbeitsweise der Vienna Ghosthunters sehr fundiert.
Es trauen sich leider wenige Fachleute über dieses Thema drüber, umso mehr freut es uns, die Geisterjäger bei ihrer Arbeit zu unterstützen“, so der Urenkel des letzten Fürsten Anton Sigismund Khevenhüller - Metsch.
„Da die Burg Hardegg auf eine 1000 Jahre alte Geschichte zurückblickt, ist es allerdings auch sehr schwer zu sagen, ob und wer denn da spukt.
Sie ist seit 1730 im F amilienbesitz und beherbergt seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch unsere Familiengruft.
Erfahrungsberichten zufolge könnten durchaus verstorbene Familienmitglieder gesichtet worden sein, darunter der im Kindesalter verstorbene Bruder meiner Großmutter.
Ich hatte selber auch schon das ein oder andere Erlebnis.
Ohne diese Schilderungen fällt es den meisten Menschen schwer, dem Thema gegenüber offen zu sein.“

Wir durften dort hinab, wo es spuken soll – und tatsächlich:
Nach einer unliebsamen Begegnung mit einer – zugegebener - maßen äußerst zarten – Fledermaus lassen wir uns von der unheimlichen Atmosphäre in ihren Bann ziehen.
Die Ghosthunters wollen Kontakt aufnehmen – und zwar mit den früh verstorbenen Kindern der Familie, die da tief unter der Erde in einer engen Kammer begraben liegen.
Die Aufnahmegeräte laufen, als Geisterjägerin Daniela ihre Fragen ins Leere stellt – was an sich schon ein schauriges Erlebnis ist.
Das Fragen und Auswerten etwaiger Antworten ist eine übliche Vorgehensweise und auch, wenn die Kindergeister heute schweigen, sollen so tatsächlich schon Stimmen aus dem Jenseits aufgezeichnet worden sein.

Wer daran nicht glauben mag:
Beeindruckend und sicherlich auch gruselig ist – gleich am Eingang der Burg – der gigantische Holzsarkophag des tschechischen Künstlers Lubo Kristek, den er „Die Vogelmission“
taufte.
Der Burgherr rät also auch allen Angstlustlosen zum Besuch: „Nicht nur die Burg, sondern auch die Umgebung ist voller spannender Entdeckungen, vom Nationalpark bis zu den Resten des Eisernen
Vorhangs im nahen Cížov.
Und Hardegg als kleinste Stadt Österreichs ist sowieso immer einen Ausflug wert“, meint er.
Und abgesehen von Har degg? Falls Sie sich schon heute in den Zug setzen wollen, um dem Gruselfieber entgegenzureisen, ist die Auswahl an Destinationen groß.
In jedem Bundesland finden sich Schlösser, Burgen und Ruinen, auf denen es spuken soll.
Manche kann man auch im Winter herrlich erwandern, wer aber auf Nummer sicher gehen will, der begibt sich in die Hauptstadt:
Der Wiener Zentralfriedhof soll bekanntlich weltweit zu den schönsten, größten, aber auch mystischsten Begräbnisstätten zählen. •

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